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© Antje Kern

Gemeinschaft der Eltern mit Sehbehinderung

Blaues rundes Verkehrsschild für Fußgänger mit einem Erwachsenen mit Langstock und Kind © Martina Nettekoven

Wenn Sie als Mutter oder Vater eine Sehbehinderung haben, können alltägliche Situationen in der Betreuung und Erziehung Ihrer eigenen Kinder herausfordernd sein. Diese Situationen sind für sehende Eltern selbstverständlicher Alltag, Sie hingegen brauchen dafür kreative Lösungen und/oder Unterstützung.

Dabei macht es dann kaum einen Unterschied, ob Sie schlecht sehen oder blind sind. Ab einem gewissen Grad der Seheinschränkung ist einiges einfach nicht mehr möglich. Wenn Sie noch etwas sehen, dann haben Sie den Vorteil, dass Ihnen teilweise noch ein Hilfsmittel helfen kann.

Wesentlicher machen sich Unterschiede in Ihrer Lebenssituation bemerkbar. So macht es einen Unterschied, ob Ihr Partner/Ehepartner sehend, sehbehindert oder blind ist. Bei Alleinerziehenden mit Sehbehinderung ist ebenfalls kein hilfreicher sehender Partner verfügbar. Je älter Ihr Kind oder ihre Kinder werden, macht es sicherlich einen Unterschied, ob diese sehend oder auch sehbehindert sind.

Auch wenn sich Ihre Situation von anderen Eltern mit Sehbehinderung etwas unterscheiden mag, es wird sicher zwei grundsätzliche Gemeinsamkeiten geben:

  • Es wird eine große Überschneidung bei den herausfordernden Alltagssituationen geben.
  • Sie werden kaum andere Eltern mit Sehbehinderung kennen, mit denen Sie sich austauschen können.

Dabei gibt es mindestens sieben Bereiche zu denen sich Ihr Austausch mit anderen sehbehinderten Eltern lohnt.

Sieben Herausforderungen für Eltern mit Sehbehinderung

1. Sicherheit im Haushalt

  • Gefährlich werden können für Ihr Kind, Stolperfallen, heiße Herdplatten oder scharfe Gegenstände, wenn Ihnen diese nicht präsent sind, weil Sie kurz zuvor zum Beispiel abgelenkt wurden.
  • Ihr Kleinkind bewegt sich unvorhersehbar – das macht es schwer, schnell zu reagieren, kurz bevor oder wenn etwas passiert.

2. Beobachten Ihres Kindes und das Erkennen seiner Bedürfnisse

  • Mimik, Gestik oder kleine Verhaltensänderungen Ihres Kindes können Sie nur schwer wahrnehmen.
  • Sie erkennen nicht immer sofort, ob Ihr Kind traurig, krank oder müde ist.

3. Unterwegs mit Ihrem Kind

  • Straßenverkehr, Spielplatz oder Kita – Sie fühlen sich draußen unsichererer.
  • Orientierung und Mobilität müssen gut geplant sein, zum Beispiel mit Langstock, technischer Hilfe und eventuell Assistenz.

4. Organisation und Tagesablauf

  • Wenn Sie die Kleidung für Ihr Kind auswählen, Windeln wechseln, Mahlzeiten zubereiten – vieles braucht andere Herangehensweisen und/oder Hilfsmittel.
  • Ihr Alltag mit Kind ist oft chaotisch – Sie brauchen deshalb gute Routinen, Struktur und Flexibilität zugleich.

5. Zugang zu Informationen

  • Sie erhalten Elternbriefe aus der Kita oder Schule, gedruckte Hinweise und digitale Plattformen sind Ihnen oft nicht barrierefrei zugänglich.
  • Anleitungen für Kinderspiele oder Beipackzettel von Medikamenten für Ihr Kind sind nicht lesbar.

6. Gesellschaftlicher Druck und Vorurteile

  • Es gibt immer wieder Menschen, die an Ihrer  Erziehungskompetenz zweifeln, nur weil Sie blind oder sehbehindert sind.
  • Sie müssen immer wieder selbstbewusst auf übergriffige Kommentare oder Hilfsangebote, die keine sind, angemessen reagieren.

7. Ihrem Kind Dinge erklären

  • Wenn Ihr Kind Fragen zu seiner Umwelt stellt, zum Beispiel: „Was steht da?“ oder „Warum hat der Mann einen roten Mantel?“. Sie können dann nicht immer direkt die richtige Antwort geben.
  • Manche Situationen, zum Beispiel das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern, brauchen kreative Alternativen.

Aber Sie schaffen das!

Herausforderungen sind keine unlösbaren Probleme. Sie können als Eltern mit Sehbehinderung viel ausgleichen weil Sie achtsam sind und gute Fähigkeiten in der Kommunikation haben. Ihre frühe Förderung Ihrer Kinder zur Selbstständigkeit ist eine zusätzliche Hilfe. Technische Hilfsmittel können ebenfalls gut unterstützen.

Das was Ihnen aber ganz sicher viel hilft, ist der Austausch mit anderen Eltern mit Sehbehinderung. Dabei geht es nicht nur um das miteinander reden. Der Teilnahme an einer Gemeinschaft mit anderen Eltern mit Sehbehinderung, kann für Sie noch viel mehr bewirken:

  • Geteilte Erfahrungen mindern die Last, weil Sie wissen, dass andere Eltern mit Sehbehinderung gleiche oder ähnliche Erfahrungen machen.
  • Emotionale Unterstützung, können Sie von anderen Eltern erhalten, die diese Tage kennen, wenn Ihnen mal alles zu viel wird.
  • Praktische Alltagstips, im persönlichen Austauch mit Erfahrungsberichten.
  • Hilfreiche Orientierung erhalten Sie, durch die Schwarmintelligenz in unserem Netzwerk, zum Beispiel zu nützlichen Anlaufstellen, Beratungsangeboten oder rechtlichen Möglichkeiten, Infos über Hilfsmittel, Fördermöglichkeiten oder inklusive Freizeitangebote
  • Sie stärken Ihr Selbstvertrauen, weil es Sie motiviert, wie andere Eltern in ähnlicher Situation Herausforderungen meistern. Sie spüren dann, das auch zu können und sich nicht schwach zu fühlen, wenn Sie sich doch mal Hilfe holen müssen.
  • Ihr Kind profitiert auch, wenn es bei realen Gruppentreffen mitbekommt, dass es andere Familen gibt, in denen die Eltern auch schlecht sehen. Dann wird es die eigene Familie als normal empfinden.

Machen Sie mit!

Melden Sie sich gleich an und kommen Sie in unsere kostenlose Gemeinschaft. Wir sind eine überregionale private Initiative ohne Vereinsmeierei. Bringen Sie sich einfach mit Ihren Anliegen, Fragen und Ideen ein. Sie werden garantiert viel Gutes zurückbekommen. Denn wir wollen uns alle zum wohle unserer Kinder gegenseitig unterstützen.

Gruppenmoderation

Hier wird sich die Gruppenmoderatoren noch vorstellen.

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