Wie Du mit drei einfachen Checks prüfst, was Du bei der Auswahl eines Navigationssystems für Dein Gebäude beachten solltest.

Draußen sagt mir mein Smartphone jede Abbiegung an. Ich muss nur zuhören und gehen. Kaum betrete ich ein großes Gebäude, wird es still. Satellitensignale kommen drinnen kaum an, mein Smartphone weiß nicht mehr, wo ich bin.
Dann stehe ich in der Halle und weiß nicht, wo der Aufzug ist oder welche Tür zu welchem Raum führt. Für sehende Besucher hängt dort ein Schild, aber ich kann es nicht sehen.
Für alle, die öffentlich zugängliche Gebäude betreiben, ist das kein Randthema. Wer sich im Haus nicht zurechtfindet, ist auf fremde Hilfe angewiesen, und das gilt nicht nur für blinde Menschen.
Wenn der Weg an der Eingangstür endet
Im vorherigen Beitrag ging es um taktile Leitsysteme. Sie geben Orientierung mit dem Langstock und unter den Füßen. Heute geht es um die digitale Ergänzung.
Navigationssysteme für Gebäude, oft Indoor-Navigation genannt, bestimmen den Standort im Haus. Dazu gibt es unterschiedliche Techniken. Signalgeber sind Bluetooth-Sender, QR-Codes, NFC-Tags und KI-Systeme, die das Kamerabild auswerten.
Die App nimmt den Standort wahr, Du gibst das Ziel ein und die App sagt den Weg zum Ziel im Haus an. Entscheidend ist, dass die App mit einer Sprachausgabe bedienbar sein muss.
Die Informationen können mit einem Smartphone und/oder am PC eingegeben werden. Wenn es für Dein Unternehmen wichtig ist, solltest Du auch darauf achten, dass die redaktionelle Benutzeroberfläche im Backend ebenfalls barrierefrei bedienbar ist.
Drei Checks für Dein Navigationssystem
Du brauchst dafür kein technisches Fachwissen. Diese drei Fragen kannst Du an jedes System stellen, bevor Du Dich dafür entscheidest.
1. Bedienung der App mit Sprachausgabe
Lässt sich die App vollständig bedienen, auch wenn die Nutzer blind sind? Also vom Auswählen des Ziels bis zur Wegführung.
Gibt es zur Wegführung für unterwegs wichtige Informationen zu Treppen, Aufzügen, Türen oder Engstellen? Wie schon bei anderen Themen gilt: Der Praxistest mit einem blinden Nutzer lässt sich nicht ersetzen.
2. Erschlossene Bereiche
Soll die Indoor-Navigation nur in den öffentlichen Bereichen zur Verfügung stehen, oder auch in den Bereichen für Dein Personal? Wenn in Deinem Gebäude die Navigation überall zur Verfügung steht, dann kannst Du auch sehbehinderte und blinde Mitarbeiter gut für Dich arbeiten lassen.
3. Pflege und Rückfalllösung
Ein Gebäude verändert sich. Wer aktualisiert die Informationen im System und wartet die Technik nach Umbauten? Ist es dafür wichtig, dass das System eine barrierefreie Benutzeroberfläche hat?
Und was gilt, wenn jemand kein Smartphone nutzt oder die Technik ausfällt?
Der wirtschaftliche Nutzen barrierefreier Navigation
Die Besucher finden ihr Ziel selbstständig. Dein Team wird weniger nach dem Weg gefragt und muss weniger begleiten. Das spart Zeit und verbessert den Eindruck, den Gäste von Deinem Haus mitnehmen.
Eine gute Navigation hilft auch Menschen ohne Behinderung, zum Beispiel Besuchern, die zum ersten Mal in Deinem öffentlichen Gebäude sind. Barrierefreiheit nützt also vielen, nicht nur einer Gruppe.
Jedes System hat seine Stärken und Schwächen. Es kommt deshalb darauf an, die Indoor-Navigation auszuwählen, die am besten zu Deinem Gebäude und Deinen Besuchern passt.
Barrierefreiheit ganzheitlich weiterdenken
Digitale Navigation ersetzt keine baulichen Hilfen, sie ergänzt sie. Erst im Zusammenspiel von taktilem Leitsystem, tastbarer Beschilderung und digitaler Wegführung entsteht ein Gebäude, in dem sich alle zurechtfinden. Dazu gehört auch das Mindset im Team, damit Mitarbeiter wissen, wie sie Besuchern richtig helfen, ohne sich unsicher dabei zu fühlen und in guter Absicht übergriffig zu werden.
Dein nächster Schritt
Die drei Checks von oben geben Dir einen ersten Eindruck. Für einen vollständigen Überblick über die Orientierung in Deinem Gebäude, und darüber hinaus, biete ich Dir den Accessibility Business Check an. Davor schauen wir in einem kostenlosen Erstgespräch gerne gemeinsam auf Deine Situation.
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