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Fahrräder für alle

Dass es nicht nur Fahrräder für Nichtbehinderte gibt, belegt der folgende Text von Sigrid Arnade. Es handelt sich dabei um ihren Artikel aus der Zeitschrift „Leben und Weg“, dem Magazin für Körperbehinderte vom April 1990. Der Text wurde von Stephan Jacobs überarbeitet und ergänzt. Dennoch können im folgenden nur Beispiele und Gruppen von Spezialrädern vorgestellt werden, da das Angebot ständig ergänzt und verbessert wird.

Wer Genaueres wissen will, kann in vielen ADFC-Geschäftsstellen einen Ordner mit aktuellen Hersteller-Prospekten einsehen. Benötigt jemand darüber hinaus weitere Hilfe, sollte er sich über den ADFC-Bundesverband an die Hilfsmittelberatung des Fachausschusses Behinderte wenden.

Wer hätte sich das träumen lassen, als Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten „Laufmaschinen“, die Vorläufer des uns bekannten Fahrrades, konstruiert wurden? Damals saß man auf einem zweirädrigen Gestänge mit Lenker und stieß sich auf der Erde ab, um vorwärts zu kommen. Tretlager, Ketten oder Pedale kannte man noch nicht.

Inzwischen ist viel Phantasie, Kreativität und technisches Know-how investiert worden, um den guten alten „Drahtesel“ weiterzuentwickeln. Und als Ergebnis kann man nicht nur Rennräder, Mountain-Bikes, Reiseräder und viele andere Fahrradtypen kaufen oder bewundern. In mannigfaltigen Variationen sind auch Fahrräder auf dem Markt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen behinderter Menschen angepasst sind. Das Angebot umfasst Dreiräder, Tandems, Dreiradtandems, Sessel(drei)räder, Fahrrad-Rollstuhl-Kombinationen, spezielle Pedale, Lenker, Sättel und Fahrräder, die mit Handkurbeln ausgestattet sind.

So eignen sich Dreiräder besonders für Menschen, die unter Gleichgewichtsstörungen leiden. Tandems ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, die Welt auf Rädern zu erleben und können zur Integration beitragen. Letzteres gilt auch für die Rollstuhl-Fahrrad-Kombinationen, die Rollstuhlfahrer an gemeinsamen Fahrradtouren teilnehmen lassen. Jedes Rad, sei es ein Zweirad, ein Dreirad oder ein Tandem, lässt sich den unterschiedlichen individuellen Bedürfnissen entsprechend noch mit speziellen Pedalen, Lenkern und Sätteln ausrüsten. Auf den folgenden Seiten werden einige Fahrradmodelle für behinderte Menschen – allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit – kurz vorgestellt. Schon diese Übersicht zeigt, es gibt Fahrräder für alle.

Rollstuhlfahrräder und Rollstuhl-Transporter

Die Kombination eines Rollstuhls mit einem Fahrrad erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Es gibt hier inzwischen eine große Auswahl mit teilweise ebenso großen preislichen wie auch konzeptionellen Unterschieden. Eine ganz neue Variante ist das Rollstuhlfahrrad, bei dem ein Vorderrad mit Handantrieb an dem Rollstuhl befestigt wird und so ein eigenständiges Fahren ermöglicht wird.

Da Rollstühle generell nicht für größere Geschwindigkeiten konzipiert wurden, empfiehlt sich eine vorsichtige Fahrweise. Viele Rollstuhl-Hersteller lehnen die Garantie für diese Art der Fortbewegung generell ab.

Rollfiets

Das Rollfiets der Firma Höning in Leonberg ist ein „halbes“ Fahrrad mit vorne angebrachtem Rollstuhl. Es handelt sich um das erste Produkt seiner Art. Zum Rollfiets gehört ein eigener Schalenrollstuhl, der sich zwar vom Fahrradteil trennen und als Schieberollstuhl benutzen lässt, der aber nicht faltbar ist. Das Fahrradteil lässt sich nicht mit anderen Rollstühlen kombinieren.

Das Rollfiets ist mit zwei Trommelbremsen und einer besonderen Lenkgeometrie ausgerüstet. Letztere bringt den Nachteil eines sehr großen Wendekreises mit sich.

Nach Angaben des Herstellers übernehmen die Krankenkassen die Kosten, da das Rollfiets seit 1989 als Hilfsmittel anerkannt ist.

rollstuhlboy

Der rollstuhlboy der Firma Schramm ist ein halbes, verstärktes Klapprad, das hinten leicht an jeden Rollstuhl angekoppelt werden kann. Das Fahrradteil passt zusätzlich zu einem Rollstuhl in jedes Auto.

Der rollstuhlboy ist zwar sehr wendig, allerdings für den Radfahrer nicht ganz leicht zu bedienen. Beim rollstuhlboy haben die kleinen Vorderräder des Rollstuhls während der Fahrt ständigen Bodenkontakt und erschüttern den Rollstuhl bei jeder Unebenheit. Da der Rollstuhl nur mit einer zusätzlichen Felgenbremse ausgerüstet ist, empfiehlt er sich nicht für schnelle Fahrten.

Rofa-Mobil

Beim Rofa-Mobil der Thomashilfen in Bremerhaven handelt es sich ebenfalls um ein halbes Fahrrad, das mit einigen Handgriffen hinter einen üblichen Standard-Rollstuhl montiert wird. Die kleinen Vorderräder dieses Modells sind während der Fahrt leicht angehoben, wodurch kleinere Hindernisse gut zu überwinden sind. Da Rollstühle generell nicht für größere Geschwindigkeiten konzipiert wurden, empfiehlt sich eine vorsichtige Fahrweise.

Marcobil

Das Marcobil der Marcobil GmbH in Steinfurt ist ein Dreirad mit Kufen, auf die alle gängigen Rollstühle aufgeladen und durch einen Sperrriegel festgestellt werden können. Mittels einer Hubmechanik kann der Hubschlitten gesenkt und gehoben werden. Der Sperrriegel verhindert das Herausrollen des Rollstuhls. Trommelbremsen vorne und hinten bieten hohe Sicherheit. Der höhenverstellbare Lenker ist mit einem Lenkstabilisator ausgestattet, wodurch die Spursicherheit gegeben ist. Die Einzelradaufhängung der Vorderräder fängt mögliche Schlageinwirkungen weich auf. Bei den neueren Modellen wird der Rahmen mit einem robusten Mountainbike-Hinterbau gefertigt.

Der behinderte Mensch bleibt bei diesem Modell in seinem eigenen Rollstuhl sitzen und braucht sich nicht in einen meist weniger komfortablen Rollstuhl umzusetzen.

Angaben des Herstellers zufolge sollen mehrere Krankenkassen das Marcobil bereits bezuschusst oder die vollen Kosten übernommen haben.

Rollstuhltransporter

Ähnlich wie beim Marcobil wird beim Rollstuhltransporter der Firma Wulfhorst aus Gütersloh der Rollstuhl auf eine Ladefläche zwischen den Vorderrädern des Transporters aufgeladen. Der Rollstuhl wird über eine ausziehbare Aluminiumplatte auf die Ladefläche gezogen und mit Hilfe von stufenlos verstellbaren Arretiergriffen befestigt.

Zwei Bremstrommelnaben in den Vorderrädern gewährleisten auch hier Sicherheit beim Bremsvorgang. Auch für die Benutzung des Rollstuhltransporters ist es nicht erforderlich, sich umzusetzen.

Passagierdreirad und Transportrad

Beim Passagierdreirad der Firma ROMPA aus Lage-Heiden ist ein Sitz zwischen den beiden Vorderrädern fest installiert. Das Rad lässt sich also nicht einfach in seine Einzelteile zerlegen, um transportiert zu werden. Die Konstruktion macht ein Umsetzen erforderlich.

Ähnlich wie beim Passagierdreirad ist beim Transportrad von Veloquent in Berlin (ehem. Erfinderwerkstatt) ein Sitz Bestandteil des Dreirades, diesmal über den beiden Vorderrädern. Die Besonderheit dieses Modells ist die Möglichkeit, den Sitz zu entfernen, um es dann auch als Lastentransportrad benutzen zu können.

Dreiräder

Dreiräder sind besonders geeignet für Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Gleichgewichtssinn haben. Das Angebot ist groß und umfasst eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten. Zu beachten ist, dass ein Dreirad andere Fahreigenschaften hat als ein Zweirad und man sich deshalb erst einmal an das neue Fahrgefühl gewöhnen muss.

Bei den meisten Dreirädern ist die Achse mit den zwei Rädern hinten. Sie ist dann zugleich die Antriebsachse, wobei entweder nur ein Rad oder beide angetrieben werden. In letzterem Fall hat das Dreirad die besseren Fahreigenschaften. Es gibt aber auch Dreiräder, bei denen vorne zwei Räder angebracht sind. Dadurch kann die Breite des Fahrzeugs bei Durchfahrten leichter abgeschätzt werden.

Dreiräder sind in allen Größen erhältlich, vom Kinderdreirad angefangen. Die beiden führenden Firmen mit einem umfassenden Angebot auf dem deutschen Markt sind die Firmen Wulfhorst in Gütersloh und Haverich in Bielefeld. Aber auch fast alle übrigen Hersteller von Behinderten-Rädern haben Dreiräder in ihrem Programm.

Dreiräder können mit speziellen Pedalen, Lenkern und Sätteln ausgerüstet werden, um das Radfahren zu erleichtern. An den Pedalen können die Füße beispielsweise mit Klettbändern fixiert werden. Rückenlehnen und Haltegurte stabilisieren den Oberkörper.

Schalen- oder Sesseldreirad

Sicheren und bequemen Sitzkomfort bietet das Schalen- oder Sesseldreirad, das auch älteren und behinderten Menschen wieder das Radfahren ermöglicht. Die Sitzfläche ist größer als bei einem Sattel, und man kann sogar den Rücken anlehnen.

Das von der Firma Mende in Hamminkeln angebotene Sesseldreirad wird in drei Größen geliefert und ist durch den verstellbaren Sitz an eine Körpergröße zwischen 1,50 Meter bis 1,90 Meter anpassbar. Das je nach Ausstattung 22-25 Kilogramm schwere Rad ist mit einer Dreigang-Nabenschaltung mit Rücktrittbremse ausgerüstet. Als zusätzliche Bremsen gibt es noch eine Trommel-, eine Feigen- und eine Feststellbremse für das Vorderrad. Als Extras kann man neben den herkömmlichen Bremsen auch eine Hydraulik-Felgenbremse, blendfreie Rückspiegel und einen abschließbaren Weidenkorb bekommen.

Auch bei der Firma Veloquent aus Berlin kann man ein Sesseldreirad bekommen. In vier Rahmengrößen wird es gebaut. Der Bausatz umfasst den pulverbeschichteten Rahmen, die komplette Achse, Sitz, Gabel, Lenker mit Vorbau und das Vierkanttretlager. Im fertig montierten Grundmodell sind dann noch Felgenbremsen vorn und hinten, eine Feststellbremse, Laufräder und eine 5-Gang-Kettenschaltung enthalten. Das Bemerkenswerte an diesem Rad ist die Tatsache, dass es “mitwachsen“ kann. Die Hinterräder sind austauschbar, und die Sitzfläche, die Rückenlehne und der Lenker lassen sich im Neigungswinkel verstellen.

Die Zusatzausstattung bietet zum Beispiel Trommel- und Hydraulikbremsen, Sondersitze mit orthopädischer Anpassung, spezielle Fuß- und Stockhalter, Standlichtanlage, BMX (Bicycle Motocross) -oder MTB (Mountainbike)-Räder.

Behinderte, für die möglichst erschütterungsfreies Fahren wichtig ist, bietet sich die gefederte Version an.

Auf Anfrage sind auch spezielle Anfertigungen möglich, zum Beispiel eine Lenkung für Kontergan-Geschädigte.

Das TRIO der Firma Radius aus Münster gehört zu den Sesselrädern, deren Lenker serienmäßig unter dem Sitz montiert sind. Es hat eine Rahmenlänge von 215 oder 220 Zentimeter. Die verschiedenen Gangschaltungen mit bis zu 18 Gängen ermöglichen ein gutes Fortkommen und die drei Hydraulikbremsen eine sichere Verzögerung. Der bequeme, breite Sitz macht auch das Fahren langer Strecken möglich und kann stufenlos auf die Körpergröße eingestellt werden. Der ergonomische Lenker und der Sitz können unabhängig voneinander verstellt werden. Der große Gepäckträger, für den es auch einen passenden Metallkorb gibt, ermöglicht umfangreiche Einkäufe. Als Zubehör gibt es für die Radius-Sesselräder eine Halbverkleidung, die von vorne schräg nach oben über die Beine ragt.

Für Menschen, die in den Beinen nicht genug Kraft zum Treten haben, lassen sich Fahrräder auch mit Handantrieb ausrüsten. Dazu wird eine Kette vom Lenker zum Vorderrad gelegt, das sich dann durch eine Kurbel antreiben lässt.

Tandems

Tandems eignen sich für blinde oder sehbehinderte Menschen, die gemeinsam mit einem nichtbehinderten Menschen als Pilot Rad fahren. Es gibt aber auch Dreiradtandems, mit denen körperbehinderte und nichtbehinderte Menschen dem Fahrvergnügen nachgehen können, denn Fahrradfahren zu zweit macht besonderen Spaß.

Um dieses Vergnügen ungetrübt zu erleben, sind einige Dinge zu beachten, denn ein Tandem ist in seiner Technik komplizierter als alle anderen Räder. Wesentliche Qualitätsmerkmale sind die Kettenführung und die Speichenzahl pro Rad. 40 Speichen pro Laufrad sollten es mindestens sein, damit es nicht zu ständigen Speichenbrüchen durch Überlastung kommt. Besonders anfällig sind hierfür die Speichen auf der rechten Seite am Hinterrad. Die Ketten bei einem Tandem verteilen die Zug- und Verwindungskräfte gleichmäßiger, wenn die Kette zwischen den Tretlagern auf der linken Seite läuft. Der Rahmen verzieht sich dann nicht so leicht. Einseitige Kettenführung und 36-Speichen-Räder findet man vorwiegend bei billigen Tandems. Sie eignen sich lediglich für Tagesausflüge mit wenig Gepäck. Erwartet man etwas mehr Qualität, weil man mit dem Tandem zum Beispiel auch in den Urlaub fahren möchte, dann sollte man mindestens 1.500 Euro investieren. Für diesen Preis erhält man dann bessere Felgen, Naben, Tretlager, Bremsen usw.. Diese Dinge sind kein Luxus, sondern verbessern den Fahrkomfort und die Langlebigkeit des Tandems.

Bei den Rahmen gibt es alle Varianten. Die stabilste Variante ist der Herrenrahmen mit einer Diagonalverstrebung.

Erhältlich sind auch Zweiradtandems, bei denen der vorne Sitzende in einem Sessel oder einfach tiefer sitzt, so dass beide Radfahrer freie Sicht haben.

Das DUO von Radius ist so ein Kombitandem. Während der hintere Radfahrer, der auch die Lenkung bedient, die herkömmliche Sitzposition einnimmt, sitzt der vordere Radler in einem Liegesessel über dem Vorderrad.

Von einer dänischen Firma wurde ein Tandem entwickelt, bei dem der vordere Sitz tiefer angebracht ist und das über eine Doppelsteuerung zu lenken ist. Das bedeutet, dass beide Radfahrer lenken können. Mit einem Handgriff kann die Lenkung auch so umgestellt werden, dass sie nur vom hinteren Sitz aus zu bedienen ist. Dieses Fahrzeug hat sich in der Behindertenpädagogik bewährt, also vor allem für behinderte Jugendliche.

Ein Doppelfahrrad, bei dem die beiden Fahrräder nebeneinander angeordnet sind, bringt gleich mehrere Vorteile: Beide Fahrer haben freie Sicht, das Fahrzeug ist stabil und kippsicher, und außerdem kann man sich während der Fahrt problemlos unterhalten und Blickkontakt behalten. Die erforderliche Breite dieser Doppelfahrräder hat andererseits den Nachteil, dass viele Radwege zu eng sind und Sperrpfähle auf vielen Radwegen die Durchfahrung unmöglich machen.

Es gibt auch ganze Familienwagen, bei denen hinter dem Doppelfahrrad noch Sitze für weitere Passagiere angebracht sind. Getreten wird der Wagen nur von den beiden vorne sitzenden Personen.

Das Doppel-Schalendreirad verbindet die Vorteile des Doppelfahrrades mit erhöhtem Sitzkomfort. Die Fahrer sitzen in Sitzschalen, die eine gute Unterstützung im Rückenbereich bieten. Wie beim Tandem übernimmt ein Fahrer die Lenkung, beide treten. Und wenn das Team mal eine Pause einlegen will, hat es die Sitzgelegenheiten gleich dabei.

Weitere Räder und Anbauteile

Der Schwan, ein Zweirad der Firma Utopia hat den Vorteil eines extrem niedrigen Durchstiegs von 37 Zentimetern. Dies ist gerade für ältere Radfahrer eine große Hilfe. Bedingt durch seine Konstruktion ist dieser Rahmen etwas weicher als ein vergleichbarer Damen-Rahmen, aber seitens des Herstellers rechnet man bei der hierfür in Betracht kommenden Benutzergruppe mit einem gemäßigten Fahrstil.

Das ELEKTRA ist eine Neuentwicklung von HERCULES mit der amtlichen Bezeichnung „Leichtmofa“. Es ist genau genommen ein Elektrofahrrad, denn statt mit einem Verbrennungsmotor ist es mit einem Nickel-Cadmium-Akku-System von Sanyo ausgerüstet. Damit ist für schwache Fahrer eine sehr gute Anfahrhilfe gegeben. Auch bei Anstiegen ist der Elektromotor hilfreich.

Wer mit Elektromotor auf drei Rädern fahren möchte, kann dies auch mit dem neuen Behindertendreirad der Firma tri-mobil aus Bochum tun. Dieses kurz gebaute Sesselfahrrad ist mit einem neu konstruierten Gleichstrom-Scheibenläufermotor ausgestattet, der zum Beispiel bei Steigungen zugeschaltet werden kann.

Fahrräder und Tandems lassen sich auch nachträglich zu einem Dreirad umbauen. Von RESCO wird zum Beispiel ein solcher Umbausatz in den Läden des „Verbandes Selbstverwalteter Fahrradbetriebe“ angeboten.

Das Angebot an speziellen Teilen, mit denen man ein normales Fahrrad behindertengerecht ausrüsten kann, ist sehr groß und bietet für fast alle Behinderungen eine Lösung:

Pedal

  • Verstellbare Fußstützen mit Klettbändern zur Fixierung der Füße, mit oder ohne Beinhalter, zur Montage auf einem Pedal
  • Feststehende Fußstützen für Kunstbeinträger oder Behinderte mit einem steifen Bein, das zweite Pedal ist mit einer Rückzugvorrichtung versehen
  • Spezialpedal mit Beschwerung und Fußkäfig
  • Kurbelverkürzer
  • Tretkurbel für Fahrer mit bewegungseingeschränktem Knie
  • Feststehende Fußrasten für Fahrer mit Handantrieb
  • Spezielle Pedalen für Fahrer mit Spitzfuß

Lenker

  • Universell einstellbarer Rundlenker für Behinderte mit kurzen Armen
  • Armhalterung zur Unterstützung der Armhaltung und Handführung am Lenker
  • Handantrieb mit Kette zum Vorderrad oder auf einem Tandem zum zweiten Tretlager
  • Dysmelie-Lenker mit Kinnbedienung für Blinkanlage und Hupe
  • Brustlenker

Sättel

  • Sättel mit guten Schwingungs- und Dämpfungseigenschaften sowie Gesäßauflage. Solche Sättel vermindern Stauchungen der Wirbelsäule
  • Sättel mit großer, gefederter und bequemer Sitzfläche, besonders zu empfehlen für Personen mit breitem Gesäß
  • Rückenlehne mit verstellbarem Bauchgurt
  • Höhenverstellbare Rücken/Seitenlehne zur Stabilisierung des Oberkörpers und Einhaltung der richtigen Sitzposition
  • Schultergurte für Rückenlehne

Darüber hinaus gibt es Halterungen für einen Stock oder Unterarmgehstützen, die damit griffbereit am Lenker gehalten werden können. Eigentlich gar nicht als Hilfsmittel für Behinderte gedacht, aber als solche geeignet ist eine gefederte Sattelstütze, welche die Wirbelsäule von den Stößen des Sattels entlastet. Es gibt auch Pedalen, die den Fuß zwar festhalten, aber ähnlich einer Skibindung, bei Bedarf freigeben.

Published inRund ums Rad
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